Je "dicker" die Gülle, um so höher ist die Nährstoffkonzentration, um so weniger
Gülle muss exportiert werden, um so attraktiver wird die Gülle für den Abnehmer,
um so niedriger sind schließlich die Export- und Transportkosten. Mit dem
Export von "dicker" statt "dünner" Gülle sinken die Exportkosten schnell auf
die Hälfte oder sogar nur 1/3 der Kosten von gut gemischter Rohgülle.
"Dicke", exportwürdige und noch gut pumpfähige Gülle hat Trockenmassegehalte um 10 %. Bei Rindviehhaltung hat gut gemischte Gülle von Natur aus schon Trockenmassegehalte in diesem Bereich. In schweinehaltenden Betrieben dagegen können die Trockenmassegehalte in einem weiten Bereich zwischen unter 2 % und 10 % schwanken. "Dicke" Gülle ist hier relativ selten.
Das preiswerteste Verfahren zur Herstellung von "dicker" exportwürdiger Gülle ist der Export der Sinkschicht. Das betrifft ganz besonders die Ferkelerzeugungsbetriebe. In einem Praxisversuch konnte im Kreis Borken über den Export der Sinkschicht nach Abpumpen des dünnen überstandes ca. 90 % des Phosphates und 40 % des Stickstoffs exportiert werden. Der Anteil der Sinkschicht am gesamten Güllevolumen betrug nur etwa 25 %. 75 % des Güllevolumens blieben mit ca. 75 % des für die Düngung benötigten Kali im Betrieb zurück.
Das Beispiel verdeutlicht, welches Einsparungspotential im Export von "dicker" statt "dünner" Gülle liegt. Es macht aber auch deutlich, wie wichtig eine repräsentative Beprobung und Nährstoffanalyse der abtransportierten Gülle ist. Beim Transport mehrerer Tankwagen aus einem Betrieb macht es Sinn, beim Befüllen eines jeden Tankwagens eine Teilprobe zu entnehmen, die zu einer Mischprobe vereinigt und schließlich analysiert wird.
Mit der Neuausrichtung der Güllebörse bieten sich mit dem Transport von immer mehr "dicker" Gülle die Chancen, die Exportkosten niedrig zu halten. Gleichzeitig steigen dadurch aber auch die Verpflichtungen zu einer lückenlosen Dokumentation über das Lieferscheinverfahren und repräsentativen Beprobungen der transportierten Stoffe.